SRG SSR

Vorwort des Präsidenten und des Generaldirektors

2017 als Übergangsjahr zu einer neuen SRG

71,6 Prozent

Diese Zahl steht nicht etwa für den Marktanteil unserer Fernseh- oder Radioprogramme, noch weist sie den Zuwachs bei den Onlineportalen von RTS, RTR, RTS, SRF und SWI aus. Mit dem Deckungsgrad oder dem Rentabilitätsindex hat sie ebenso wenig zu tun.

Diese Prozentzahl steht für viel mehr. Sie entspricht der Anzahl Stimmen, die am 4. März 2018 Nein zur No-Billag-Initiative gesagt haben – ein klares Nein zu einer Vorlage, die das Ende der SRG und von 34 gebührenfinanzierten privaten Radio- und Fernsehsender bedeutet hätte. 

Diese 71,6 Prozent legitimieren den Service public in der Schweiz. Es ist eine starke Zustimmung, die aus allen Landesregionen kommt.

Ein langfristiges Engagement

Die Debatte über den Service public, seine Rolle und seine Aufgabe hat uns während des ganzen Jahres 2017 beschäftigt. Die Abstimmungsvorlage wurde in der Schweiz so leidenschaftlich wie kaum eine andere diskutiert: Über 10 000 Presseartikel sind zum Thema erschienen. Ganz Europa verfolgte die Debatte gespannt und besorgt und reagierte auf den Ausgang mit Freude und Erleichterung.

Denn das Nein zur No-Billag-Initiative hat nicht nur eine eindeutige Antwort auf eine existenzielle Frage für den audiovisuellen Service public geliefert. Die Abstimmung setzte auch ein starkes gesellschaftspolitisches Signal: Die Schweizerinnen und Schweizer haben sich deutlich für eine Gesellschaft ausgesprochen, die auf kulturelle Vielfalt und Mehrsprachigkeit baut und ein solidarisches Finanzierungsmodell bevorzugt.

Kein Schlusspunkt, sondern ein Neuanfang

Die 71,6 Prozent sind auch eine Verpflichtung. Die SRG muss sich in drei Richtungen weiterentwickeln: Wir wollen uns auf die Eigenständigkeit unseres Programmangebots konzentrieren. Wir wollen besser und vermehrt mit den privaten Schweizer Medienhäusern zusammenarbeiten – und wir müssen effizienter werden.

So gesehen war 2017 ein Übergangsjahr: in Bezug auf die Corporate Governance, mit der Erneuerung eines Teils unseres Verwaltungsrats sowie mit den Amtsantritten des neuen Präsidenten und des neuen Generaldirektors. Zusammen mit Ladina Heimgartner, stellvertretende Generaldirektorin SRG, und Bakel Walden, Direktor Entwicklung und Angebot SRG, bilden sie das neue Führungsteam.

Programmhöhepunkte

Auch 2017 war geprägt von Highlights wie die von der SRG produzierte Skiweltmeisterschaft in St. Moritz und die vielversprechenden neuen Koproduktionen «Wilder» oder «Quartier des Banques».

Im Berichtsjahr legten die Unternehmenseinheiten besonderes Gewicht auf die Nachrichten, vor allem auch für das junge Publikum – zum Beispiel mit dem interessanten nationalen Projekt «Nouvo», einem fünfsprachigen Onlineangebot für die mobile Nutzung, das gleichzeitig knackig und seriös daherkommt.

Information, Kreation, Innovation

Information, Kreation, Innovation – das sind die Schlüsselelemente, mit denen die SRG ihren Service-public-Auftrag erfüllen will. Dabei sind wir offen für Kritik und suchen den Dialog mit der Gesellschaft. Wir setzen die Mittel, die der SRG anvertraut werden, sorgfältig und mit Bedacht ein. Trotz der Turbulenzen und den Veränderungen in den letzten Monaten schliesst die SRG das Geschäftsjahr 2017 mit einem ausgeglichenen Betriebsergebnis ab.

Der Verwaltungsrat und die Generaldirektion der SRG bedanken sich bei ihren Mitarbeitenden in allen Bereichen. Denn sie setzen alles daran, das bestmögliche Programm für unser Publikum zu machen. Auch diesem gebührt Dank – für seine Treue und sein Vertrauen.

Jean-Michel Cina und Gilles Marchand

RSIRTRRTSSRFSWI