SRG SSR

Publikumsrat SRG.R

Beobachtungen des Publikumsrats

2017 hat sich der Publikumsrat SRG.R viermal versammelt. Er hat Berichte verfasst und sie mit den Verantwortlichen von RTR besprochen. Diese offenen und fruchtbaren Diskussionen haben Veränderungen zugunsten der Qualität gebracht. Zudem sollen die Feststellungen und Empfehlungen des Publikumsrats die RTR-Mitarbeitenden zur Reflexion anregen.

RTR am Radio

Folgende Sendungen und Beiträge standen im Berichtsjahr im Fokus der Beobachtungen des Publikumsrats: «Marella», «Profil», «HelvetCHia» und die Berichterstattungen zur alpinen Ski-WM in Sankt Moritz sowie zur Umweltkatastrophe in Bondo. Das Radiopublikum wurde auf professionelle, vielfältige und unterhaltende Art und Weise über diese Themen informiert. Die Leistungen der Redaktionen sowie Moderatorinnen und Moderatoren vermochten grösstenteils zu überzeugen. Wie attraktiv eine Moderation gemacht ist, lässt sich durchaus anhand objektiver Kriterien beurteilen. Um ein qualitativ hochstehendes Gespräch zu führen, braucht es neben einer soliden Ausbildung auch Berufs- und Lebenserfahrung. Zudem gewährleisten breite Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Medienschaffenden von RTR eine laufende Professionalisierung und individuelle Verbesserung.

Ungewöhnlich hohe Wellen schlug die Radiosendung «Profil» vom 20. Mai 2017 mit Urs Cadruvi, dem ehemaligen General-sekretär der Lia Rumantscha. «Profil» ist seit Jahren eine Stammsendung von RTR, in der eine Person in einem 40-minütigen Dialog porträtiert wird. Ein Interview bildet den roten Faden, und die vom Gast gewählte Musik vervollständigt das Bild über die Person und ihr Leben.

Der Publikumsrat beurteilte die «Profil»-Ausgabe vom 20. Mai deshalb separat. Die Meinungen waren sehr unterschiedlich und wurden eingehend diskutiert. Ein Grossteil des Publikumsrats empfand die Sendung als ungewöhnlich in ihrer Form und im Moderationsstil. Einige Zuhörerinnen und Zuhörer waren der Meinung, die Gegner von Urs Cadruvi hätten Einfluss genommen. Der Publikumsrat kam jedoch zum Schluss, dass die Ausgabe nicht manipuliert worden war, betonte aber, dass es notwendig gewesen wäre, vor oder während der Sendung auf die ungewohnte Machart dieser «Profil»-Ausgabe hinzuweisen. Das Publikum hätte dann verständnisvoller reagiert.

RTR im Fernsehen

«Minisguard» ist eine wöchentliche Kinder- und Jugend- sendung. «Sil Punct» ist das Sommer-Pendant von «Telesguard» – der täglichen News-Sendung, die um 17.45 Uhr auf SRF 1 ausgestrahlt wird. Alle drei Formate erhalten vom Publikumsrat gute Noten. Insbesondere die attraktive und aktuelle Themenwahl und die Aufbereitung der regionalen News in kurzer und prägnanter Form finden Gefallen. Die Moderatorinnen und Moderatoren überzeugen nicht nur optisch, sondern auch mit ihrer hohen Kompetenz. Der Publikumsrat hatte «Sil punct» bereits im Jahr 2016 beurteilt. Nun stellt er mit Genugtuung fest, dass seine Empfehlungen von damals Gehör fanden und im Verlauf von 2017 umgesetzt wurden. Der Rat bemängelt allerdings die fünf- bis zehnminütige Sendungsdauer, die keine fundierten Hintergrundbeiträge erlaubt.

Erstmals in der Unternehmensgeschichte strahlte RTR als Teil des nationalen SRG-Projekts «+3°» eine dreistündige TV- Live-Sendung zum Thema Klimaveränderung auf SRF info aus. Die Sendung stiess beim Publikum auf grosses Interesse.

RTR im Internet

Der Onlineauftritt rtr.ch gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Das Publikum schätzt insbesondere die regionalen Neuigkeiten. Die aktuellen und exklusiven Inhalte für das romanischsprachige Graubünden machen rtr.ch zu einer wertvollen Informationsquelle. Die übersichtliche Struktur der Homepage und die App «Play RTR» kommen gut an.

Auch die Livestreams wurden im Berichtsjahr wichtiger: Dank der professionellen Berichterstattung konnte sich das Publikum in Echtzeit über regionale und kantonale Sportevents sowie politische Podiumsdiskussionen informieren – beispielsweise über die Olympia-Kandidatur von Graubünden oder über den Parc Adula. Kurz: Die Livestreams sind ein Novum, bieten vielen Nutzerinnen und Nutzern einen Mehrwert – und sie ermöglichen es RTR, näher und schneller ans Publikum zu gelangen.

Mehr und mehr werden online verfügbare News in Text- und Bildform mit zusammenfassenden Videos ergänzt oder ersetzt. Die Qualität dieser Kurzvideos ist bestechend. Der Publikumsrat bedauert indes, dass bei der App «Play RTR» eine «Push»-Funktion fehlt.

Ombudsstelle

Die Ombudsstelle der Svizra Rumantscha hat im Berichtsjahr eine Beanstandung behandelt, namentlich die oben erwähnte «Profil»-Radiosendung vom 20. Mai 2017.

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