RSI Radiotelevisione svizzera

RSI Radiotelevisione svizzera

Was hat RSI zum Auftrag «Kultur» geleistet?

RSI hat auch im Berichtsjahr in allen drei Medien – Fernsehen, Radio und Online – wesentlich zur Förderung der Kultur beigetragen, wobei der Fokus auf dem Kulturschaffen in der italienischen Schweiz lag. Den eigenen Fernsehproduktionen kam dabei besondere Bedeutung zu. Die Dokubeiträge in «Storie» behandelten spannende Ereignisse und kulturelle Themen aus dem italienischsprachigen Landesteil. Auch erwähnenswert: die schweizweite SRG-Serie über das IKRK, die RSI mit einem Sonderstudio begleitete, sowie die neue Unterhaltungssendung «Come dire», bei der nach einem Live-Teil mit Studiogästen jeweils ein Spielfilm gezeigt wird. Ausserdem hatte RSI mit «Notte Noir» und «Fakebook» zwei eigene Webserien im Angebot, die vor allem beim jungen Publikum viel Anklang fanden.

Film

Im Rahmen des «Pacte de l’audiovisuel» produzierte RSI über 28 Schweizer Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme. Mehrere dieser Pacte-Produktionen liefen erfolgreich an Festivals im In- und Ausland.

Musik

RSI investierte 2014 insbesondere in die klassische Musik und realisierte eine Konzertsaison mit 20 Aufnahmen des Orchestra della Svizzera Italiana (OSI). Ausserdem unterstützte RSI mit dem eigenen Chor und Barockorchester wichtige internationale Produktionen. Insgesamt waren es 53 Radiosendungen (etwa 4800 Minuten), vier Fernsehproduktionen (etwa 315 Minuten) und mehrere Streamings von grossen Konzerten für das Internet. Daneben hatte auch das ordentliche Radio- und TV-Programm von RSI viel zu bieten – dazu gehörten Radiosendungen auf Rete Due wie «ReteDueCinque», «Shéhérazade», «I capricci di Nicolò» und «Le mille e una nota» sowie die wöchentlich ausgestrahlte TV-Sendung «Paganini». Hinzu kamen zwei Jazzkonzertreihen in der Region sowie weitere Sendungen mit Schwerpunkt Jazz wie «Birdland». 

Literatur

RSI hat 2014 der Schweizer Literatur sowohl in Radio und TV als auch im Internet deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt. So wirkte RSI massgeblich an zehn Literaturveranstaltungen in der italienischen Schweiz mit – beispielsweise bei «Primavera Locarnese», «ChiassoLetteraria» und «Poestate Lugano» – und war auch an anderen bekannten Anlässen präsent. Zu den Hintergrundsendungen am Radio mit Schwerpunkt Literatur zählten «Blu come un’arancia» (mit einem Schweizer Literaturanteil von rund 20 Prozent), «Geronimo Lettere e Libri», «Laser» und «Moby Dick». Kulturnews brachte vor allem «Il Segnalibro» – eine Radiosendung, die Schweizer Autoren und dem lokalen Verlagswesen besondere Beachtung schenkt. Aber auch «Il Punto» und «Foglio volante» befassten sich immer wieder mit Literatur. Im Fernsehen beschäftigte sich die Sendung «Turné» mit Buchneuerscheinungen – und seit Herbst 2014 auch «Fotomatò», die neue Rubrik von «Turné». «Cult TV» wiederum widmete zwölf Folgen der Literatur, fünf davon sogar Schweizer Autoren. 

«Turné» unterhält zudem eine eigene Website und gibt dort in «Le letture della settimana» umfassende Leseempfehlungen ab. Auch «Il Segnalibro» ist im Netz präsent und zwar auf dem Portal von Rete Due.

Was hat RSI zum Auftrag «Integration» geleistet?

Die Abteilung Information von RSI schenkt dem Thema Integration als Teil des Service-public-Auftrags auf allen Kanälen (Radio, Fernsehen und Online) grosse Aufmerksamkeit. Die Wirklichkeit abbilden, Ereignisse erklären und einordnen – RSI behält das Thema Integration bei der ganzen Programmgestaltung stets im Auge.

Grundsätzlich verwendet RSI immer Standarditalienisch, um eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen. Auf Fachwortschatz und gestelzte Ausdrucksweisen wird bewusst verzichtet. RSI prüft die Qualität der journalistischen Inhalte fortlaufend und gewissenhaft. Dieser Aufgabe widmet sich ein eigener RSI-Dienst, der alle Aspekte der Integration beleuchtet, inhaltlich analysiert und seine Arbeit regelmässig in umfangreichen Berichten dokumentiert.

«il Ponte»

Diverse RSI-Angebote beschäftigen sich im Sinne des Service-public-Auftrags ganz gezielt mit der Integration. Ein gutes Beispiel ist das Wochenmagazin «il Ponte» (samstags 12.45 Uhr auf RSI LA 1), welches das Zusammenleben zwischen der ausländischen und der Schweizer Wohnbevölkerung thematisiert. Der Schwerpunkt liegt auf der Integration von Ausländerinnen und Ausländern in die hiesige Gemeinschaft. Der Titel der Sendung – «il Ponte», die Brücke – ist dabei Programm: Ziel ist es, die Menschen zusammenzubringen, einen Dialog zu ermöglichen, das gegenseitige Verständnis zu fördern und Probleme anzusprechen, die beim Zusammenleben von verschiedenen ausländischen Gemeinschaften untereinander und von Ausländern und Schweizern entstehen. Die Themenpalette ist breit: Beleuchtet werden etwa die Geschichte der Tessiner Auswanderer, Fragen zu Schule und Beruf, die Solidarität mit den Flüchtlingen, der Gemeinschaftssinn und die Menschenrechte.

«tvsvizzera.it»

RSI setzt sich aktiv für eine stärkere Präsenz der Schweiz im Ausland ein. Darum wurde Anfang 2014 das Internetportal tvsvizzera.it lanciert – ein neues Angebot, das unseren südlichen Nachbarn die Schweiz näherbringen will. RSI hat sich zum Ziel gesetzt, das schweizerische und italienische Tagesgeschehen, insbesondere jenes nahe der Grenze, anders und differenzierter abzubilden. Das Konzept und die Machart erlauben es, die unterschiedlichen kulturellen Ansätze zu vergleichen – ganz im Bestreben, das Verständnis und den Dialog zwischen den beiden Ländern zu fördern. Ausserdem sollen einem grösseren Publikum Schweizer Besonderheiten, Tugenden und Werte nähergebracht werden. Mit ihrer Vielfalt an Radio- und Fernsehprogrammen sowie Material aus den RSI-Archiven möchte die Plattform eine solide Kommunikationsbrücke zwischen der Schweiz und Italien bilden. 

Untertitelung und Gebärdensprache

Um hörbehinderten Menschen den Zugang zum Angebot zu erleichtern, ist die Untertitelung von Fernsehsendungen für RSI zu einem unverzichtbaren Werkzeug geworden. In der 18-Uhr-Nachrichtenausgabe «TG flash» setzt RSI zu diesem Zweck zudem Gebärdensprache ein. So können Sinnesbehinderte eine komplette Newsausgabe inhaltlich mitverfolgen. 

Die Radio- und Fernsehverordnung (RTVV, Art. 7) verpflichtet die SRG unter anderem dazu, «den Anteil untertitelter Fernsehsendungen in ihrem redaktionellen Programm in jeder Sprachregion schrittweise auf einen Drittel der gesamten Sendezeit auszubauen». Wie in der Vergangenheit erfüllte RSI diese Verpflichtung zur behindertengerechten Aufbereitung von TV-Sendungen auch im Berichtsjahr deutlich.

 

 

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