Solidarität
Die SRG leistet einen Beitrag zum Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Landesteilen der Schweiz, zur Meinungsvielfalt und zum gegenseitigen Verständnis der verschiedenen Kulturen. Sie berücksichtigt in ihren Angeboten die Bedürfnisse von Menschen mit Sinnesbehinderungen und bietet Untertitelungen, Audiodeskriptionen sowie Übersetzungen in Gebärdensprache an.
Barrierefreie Angebote im Fernsehen und online
Ende 2022 hat die SRG mit ihren Partnerverbänden eine Vereinbarung über Leistungen zugunsten von Menschen mit einer Sinnesbehinderung getroffen. Darin verpflichtet sie sich, ihre Leistungen für hör- und sehbehinderte Menschen bis 2027 weiter auszubauen und den Zugang zu ihren Angeboten zu verbessern. Konkret strebt die SRG an, alle im Fernsehen ausgestrahlten redaktionellen Sendungen zu untertiteln und den Anteil der untertitelten Sendungen im Onlineangebot zu steigern. Die Sendezeit von erstausgestrahlten Sendungen in Gebärdensprache hat den Zielwert von 1300 Stunden 2025 überschritten, ebenso wurden die angestrebten 2000 Stunden an Sendungen mit Audiodeskription im vergangenen Jahr übertroffen. Auch der barrierefreie Zugang zu Websites und Apps wird kontinuierlich verbessert.
Untertitelung
83,8 Prozent der Fernsehprogramme – das entspricht 47’997 Stunden – wurden 2025 mit Untertiteln für Hörbehinderte ausgestrahlt. Auch einen Teil der im Internet angebotenen Programme hat die SRG 2025 mit Untertiteln versehen. So können beispielsweise auch auf der Play-App von SRF und RTS, bei RSI auf rsi.ch/play sowie auf der Streaming-Plattform Play Suisse Untertitel eingeschaltet werden.
Gebärdensprache
RSI, RTS und SRF versehen seit 2008 eine Ausgabe der «Tagesschau» mit Gebärdensprache. Auch die Ansprachen des Bundesrats zu eidgenössischen Abstimmungen, die nationale 1.-August-Sendung, weitere Ansprachen des Bundesrats wie etwa zum Tag der Kranken und die Gebärdensprachsendung «Signes» sind bei RSI, RTS und SRF in Gebärdensprache verfügbar. 2025 sendete die SRG 1314 Stunden in Gebärdensprache: SRF 495 Stunden, RTS 368 Stunden, RSI 451 Stunden (inklusive HbbTV und Bundesratsansprachen, exklusive Medienkonferenzen). RSI und SRF übertrugen zudem 3 Stunden lang Medienkonferenzen des Bundes in Gebärdensprache. Das gesamte Angebot in Gebärdensprache umfasste 2025 folglich 1317 Stunden (inklusive Bundesratsansprachen und Medienkonferenzen des Bundes).
- SRF strahlt Sendungen wie «Tagesschau», «Meteo», «Börse», «Gesichter & Geschichten» (bis 27. Juni 2025), «Schweiz aktuell», «Kassensturz», «Puls», «Rundschau», «Mitenand», «Einstein», «Reporter», «Mona mittendrin», «rec.», «Puls Check», «Maloney», «SRF Kids News» sowie «Clip und klar!» in Gebärdensprache aus. 2025 setzte SRF zusätzliche Reportageformate und Wissenssendungen in Gebärdensprache um: Im Sommer zeigte SRF die achtteilige Serie «Reporter Spezial – Donat auf Achse» sowie die Spezialsendung «Umbruch im Bergdorf – Von der Zukunft in den Alpen». Im Herbst widmete SRF School dem Thema «Mental Health bei Jugendlichen» eine sechsteilige Serie. Im Winter folgte die sechsteilige Kultur-Serie «Swiss Success Stories», in der SRF über das Leben von drei erfolgreichen Schweizer Persönlichkeiten berichtete. Ferner produzierte die Redaktion von SRF Signes eine siebenteilige Online-Serie zum Thema «Kampf um Gehörlosenbildung». Die nationale Sendung zum 1. August wurde erneut in alle drei Schweizer Gebärdensprachen übersetzt. Und auch der ESC wurde 2025 zum ersten Mal in Gebärdensprache realisiert, dies ebenfalls in drei Sprachen – Schweizerdeutsch, Französisch und Italienisch.
- RTS gebärdete 2025 die Sendungen «19h30», «Couleurs locales», «A bon entendeur», «Basik», «Caravane FM», «36.9°», «Ensemble», die Kindersendung «Oki», die drei ESC-Shows ebenso wie – zum wiederholten Mal – die nationale Sendung zum 1. August.
- RSI nahm 2025 mit «Il Quotidiano» eine weitere Sendung in ihr Gebärdensprach-Repertoire auf und deckt damit die regionale Aktualität ab. Wie bereits in den letzten Jahren wurden zudem «Il Giardino di Albert», «Insieme», «La Cavia» und «Patti Chiari» gebärdet. Die nationale Sendung vom 1. August und der ESC wurden in Gebärdensprache übersetzt. Und selbstverständlich war auch das nationale und internationale Tagesgeschehen in italienischer Gebärdensprache zugänglich – sowohl über die Nachrichten um 20 Uhr als auch mit den Ansprachen der Bundesrät:innen. Ebenfalls weitergeführt hat RSI die Übersetzung von Videos für das junge Publikum auf der Onlineplattform «RSI EDU». Neu dazugekommen ist die Rubrik «Curiosordità», die von gehörlosen Moderator:innen präsentiert wird.
Audiodeskription
Dank Audiodeskription – einer laufenden akustischen Beschreibung – können blinde und sehbehinderte Menschen dem Geschehen am Bildschirm folgen. 2025 strahlte die SRG 2245 Stunden Audiodeskription aus (inklusive Wiederholungen), darunter Unterhaltungssendungen, Dokumentationen, Spielfilme und Serien. Die fiktionalen Serien «The Deal », «Log Out», «Unsere kleine Botschaft», «Die Beschatter» und «Maloney» wurden in drei Sprachen audiodeskribiert. Insgesamt waren es bei SRF 1271 Stunden, bei RTS 631 Stunden und bei RSI 343 Stunden Audiodeskription.
Eurovision Song Contest (ESC) erstmals komplett barrierefrei
Mitte Mai 2025 ging in Basel der grösste Musikevent der Welt über die Bühne: der ESC. Gemeinsam mit SWISS TXT stellte die SRG sicher, dass die drei Fernsehshows dank Gebärdensprache, Untertitelung und Audiodeskription auch für Menschen mit einer Hör- oder Sehbehinderung zugänglich waren. Vorab hatten zehn gehörlose Gebärdensprachdolmetschende der SRG alle 37 ESC-Songs in internationaler Gebärdensprache aufgenommen – ein Novum. Während der Halbfinals und des Finals wurden die Aufnahmen eingeblendet. Die Moderationen und Einspieler wurden live in schweizerdeutsche, französische und italienische Gebärdensprache übersetzt. Zudem wurden die drei Shows live in drei Sprachen audiodeskribiert. Der ESC in Basel war für die SRG die bisher grösste nationale Unterhaltungssendung mit Live-Audiodeskription. Damit setzte sie ein starkes Zeichen für Inklusion und schuf ein ESC-Erlebnis, das so barrierefrei war wie nie zuvor.
Glückskette
Die Idee zur Glückskette entstand nach dem Zweiten Weltkrieg: Radio Lausanne, der Vorläufer von RTS, lancierte einen Aufruf zur Hilfe für kriegsversehrte Kinder. Daraus entwickelte sich die Radiosendung «Chaîne du Bonheur». Seit 1983 ist die Glückskette eine unabhängige Stiftung. In Partnerschaft mit der SRG mobilisiert die Stiftung Spenden bei Naturkatastrophen, Konflikten sowie für Kinder und verletzliche Menschen in der Schweiz. Die Glückskette arbeitet ausschliesslich mit akkreditierten Schweizer Partnerorganisationen zusammen und stellt eine transparente und verantwortungsvolle Verwendung der Spendengelder sicher.
Im Jahr 2025 sammelte die Stiftung über 52 Millionen Franken für Menschen in Not und unterstützte damit mehr als 3,1 Millionen Menschen in akuten Krisensituationen. Gemeinsam mit der SRG zeigte sie sich solidarisch mit den Betroffenen des Erdbebens in Südostasien (7,7 Millionen Franken), des Bergsturzes von Blatten (23,1 Millionen Franken) sowie für die humanitäre Hilfe in Gaza (6 Millionen Franken). Zum Jahresende organisierte die SRG eine Solidaritätswoche für Kinder in Krisen in der Schweiz und weltweit und sammelte hierfür mehr als 5,7 Millionen Franken.







