Qualitätssicherung SRF / SRG.D

Qualität noch stärker im Fokus

Auch im Berichtsjahr war es das oberste Ziel von SRF, hochwertige Angebote für das Publikum herzustellen. In Zeiten knapper Finanzen besteht die Gefahr, dass Diskussionen rund um Sparmassnahmen und Effizienzsteigerungen in den Vordergrund rücken. Um die Qualitätssicherung dennoch konsequent zu gewährleisten, hat die Geschäftsleitung von SRF die Angebotsqualität explizit als eines von zwölf Unternehmenszielen festgelegt – versehen mit einem messbaren Key Performance Indicator (KPI). Dieser ist an die vom Publikum wahrgenommene Qualität geknüpft. Der Wert wird in einer regelmässigen Umfrage ermittelt. Die Verantwortung für das Erreichen des Zielwerts liegt bei zwei Geschäftsleitungs­mitgliedern. Die publizistische Qualität ist damit nicht nur regelmässiger Bestandteil der Geschäftsleitungs­sitzungen, sondern auch offizieller Teil des Quartalsreportings. Diese erhöhte Aufmerksamkeit auf der Qualitätssicherung führt dazu, dass auch innerhalb der einzelnen Genres über die Umsetzung der verbindlichen Qualitätsziele diskutiert wird.

Qualitativ hochstehende Partnerschaften

Für das gesetzlich vorgeschriebene Qualitätsaudit 2025 hat SRF mit «Puls Check» ein Angebot ausgewählt, das mit einem externen Partner produziert wird. Das Ziel war zu überprüfen, ob das Qualitätssicherungssystem auch dann greift, wenn nicht alle Beteiligten bei SRF arbeiten und mit den internen Prozessen vertraut sind. Dies ist deshalb wichtig, weil künftig vermehrt Produktionen mit privaten Partnern aus der Audio- und Video-Industrie realisiert werden. 

Ausschnitt aus der Folge «Crash, Reanimation, Chaos – Notärzte im Einsatz» vom 8. August 2025 von «Puls Check» (Video: SRF)

Die Fachhochschule Graubünden, die für das Audit zuständig ist, stellte den Macher:innen von «Puls Check» ein gutes Zeugnis aus. Dieses Ergebnis ist angesichts der Herausforderungen bei einer solchen Produktion nicht selbstverständlich. Der externe Blick ermöglichte auch, die Abläufe an verschiedenen Stellen zu schärfen. So wird SRF künftig sicherstellen, dass die beteiligten Partner die publizistischen Leitlinien nicht nur kennen, sondern auch für deren tägliche Umsetzung geschult werden. Es wird auch diskutiert, bei den Partnerorganisationen zusätzliche journalistische Weiterbildung einzuführen. Ausserdem hat die Fachhochschule angeregt, die Gruppe zu vergrössern, die aus externer Sicht Feedback gibt. So soll die Qualität des Formats weiterentwickelt werden.

Neue KI-Wissensplattform

Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz schreitet rasant voran. Daher ist es wichtig, dass die Mitarbeiter:innen lernen, KI-Werkzeuge im journalistischen Alltag sicher anzuwenden, und verstehen, wie andere Akteure diese einsetzen. Eine interne Wissensplattform, die von einem Netzwerk von KI-Expert:innen betrieben wird, bietet Informationen, Neuigkeiten, Tutorials und Webinare für eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema. Dort finden sich auch die Angebote der SRF-Ausbildung zu KI- und Informatik-Themen.

Aus- und Weiterbildung

Die Personalentwicklung und Ausbildung bietet in der internen Weiterbildung neben Themen wie KI und Informatik ein bedarfsgerechtes und praxisorientiertes Aus- und Weiterbildungsangebot zu Journalismus, digitalen Medien, Technologie, Kulturentwicklung, Verantwortungskultur sowie Sprech- und Auftrittstraining. Ebenfalls im Angebot sind Kurse und Veranstaltungen zu Führungs­themen. Ergänzt werden diese durch Angebote, die moderne Arbeitsformen, Zusammenarbeit und Selbstverantwortung fördern. Allen Mitarbeiter:innen und Führungs­personen stehen zudem Sofort-Coachings zur Verfügung, die sie im Transformations­prozess unterstützen. Teams profitieren ausserdem von massgeschneiderten Workshops und Begleitmassnahmen. Besonders beliebt sind Veranstaltungen wie «Story Summit» und «New Work Day».

2025 haben sechs Stagiaires ihren zweijährigen journalistischen Lehrgang begonnen, und zwölf junge Berufsleute haben ihre Lehre bei SRF erfolgreich abgeschlossen.

 

Gelungenes Auftaktjahr des neuen Publikumsrats

Jahresabschluss 2025 im «Arena»-Studio von SRF, bei dem Teilnehmer:innen aus dem Resonanzraum, Mitglieder des Leitungsteams und SRF-Programmschaffende zusammenkamen. Auf dem Bild: Christof Thurnherr und Eveline Hipeli (Bild: SRG.D / Pascal Zeder).

Der Publikumsrat der SRG Deutschschweiz (SRG.D) wurde per 1. Januar 2025 neu geschaffen und grundlegend neu ausgerichtet. Mit dieser Neuausrichtung reagierte die SRG.D auf den Wandel der Mediennutzung, auf gesellschaftliche Veränderungen sowie auf den Bedarf nach einem zeitgemässen Dialog zwischen Publikum und Medienhaus. Der neue Publikumsrat ist ein unabhängiges, beratendes Gremium, das Rückmeldungen aus der Bevölkerung aufnimmt und in den Austausch mit den Programmverantwortlichen des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) einbringt.

Das neue Modell besteht aus einem Leitungsteam, einem Regionalausschuss sowie dem Resonanzraum als zentralem Arbeits- und Dialogort. Der Resonanzraum ermöglicht die Beteiligung von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebensrealitäten und fördert den offenen, konstruktiven Austausch zu medienrelevanten Fragestellungen. Die Beteiligung erfolgt sowohl physisch als auch digital.

Das Jahr 2025 stand im Zeichen des Aufbaus und der erstmaligen Umsetzung des neuen Modells. Einen Schwerpunkt bildeten die Lancierung und Durchführung sogenannter Dialogfenster im Resonanzraum. Diese Dialogfenster bieten einen strukturierten Rahmen für Diskussionen zwischen Publikum, Publikumsrat und Programmschaffenden von SRF.

Video zum Resonanzraum (SRG.D / Alexandra Meister)

Im Berichtsjahr wurden zwei thematische Dialogfenster umgesetzt. Das erste widmete sich der Rolle von Grossanlässen als Orte gesellschaftlicher Begegnung und der Frage, welche Wirkung ihre mediale Berichterstattung auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt entfaltet. Das zweite Dialogfenster befasste sich mit dem Informationsverhalten junger Menschen und untersuchte, über welche Kanäle sie sich informieren und welche Erwartungen sie an journalistische Angebote stellen.

Ergänzend zu den Dialogfenstern fanden weitere Austauschformate statt, darunter moderierte Gespräche, Befragungen, Diskussionen sowie punktuelle Begegnungen mit Programm­schaffenden. Diese Formate dienten der Vertiefung des Dialogs und der Einordnung unterschiedlicher Perspektiven.

Ein weiterer Höhepunkt des Jahres war ein gemeinsamer Austausch zum Jahresabschluss im «Arena»-Studio, bei dem Teilnehmende aus dem Resonanzraum, Mitglieder des Leitungsteams und Programm­schaffende zusammenkamen. Der Anlass bot Gelegenheit, das erste Jahr des neuen Publikumsrats zu reflektieren und Erkenntnisse für die Weiterentwicklung abzuleiten.

Insgesamt bildete 2025 ein erfolgreiches Aufbaujahr für den neu konzipierten Publikumsrat der SRG Deutschschweiz. Dieser schuf die Grundlage für einen nachhaltigen, dialogorientierten Austausch zwischen Publikum und SRF. Der Bedarf für einen offenen und konstruktiven Dialog war im Kontakt mit verschiedenen Akteuren deutlich spürbar – dieser wird 2026 fortgesetzt.

Der Publikumsrat SRG.D besteht aus:

  • einem Resonanzraum 
  • einem Leitungsteam
  • einem Regionalausschuss

Publikumsrat SRG.D

Präsidentin Leitungsteam: Eveline Hipeli
Mitglieder Leitungsteam: 4 (Eveline Hipeli, Arbela Statovci, Christof Thurnherr, eine Person vakant)
Mitglieder Regionalausschuss: 7
Ombudspersonen: Esther Girsberger und Urs Hofmann