Qualitätssicherung RTS / SSR.SR
Feedback vom Publikum: der Schlüssel zur Qualität
Ob kritisch, lobend, wohlwollend oder auch mal scharf: Die Rückmeldungen des Publikums sind für unser Qualitätssicherungssystem von entscheidender Bedeutung. RTS hat mehrere Instrumente entwickelt, um die Meinungen der Westschweizer Zuschauer:innen und Zuhörer:innen zu den Programmen bestmöglich zu berücksichtigen.
Der Bericht des externen Qualitätsaudits der Fachhochschule Graubünden, der die Analyse der Sendung «Mise au point» von 2025 enthält, unterstreicht diesen Punkt und stellt fest, dass externes Feedback einen wichtigen Beitrag zur kontinuierlichen Verbesserung der Sendung leistet. «Mise au point» hat zudem von den Expert:innen eine sehr gute Bewertung erhalten, was die Anwendung der Grundsätze des Qualitätssicherungssystems anbelangt.
«Mise au point» vom 23. November 2025 (Video: RTS)
RTS hat verschiedene Instrumente entwickelt, um die Wahrnehmung seiner Programme durch das Publikum besser beurteilen zu können. Dies geschieht entweder vor der Ausstrahlung von Sendungen in der Entwicklungsphase, insbesondere durch Schnelltests mit kleinen Zielgruppen, oder nach der Ausstrahlung durch Umfragen. RTS hat auch ein eigenes Publikumspanel eingerichtet, das heute fast 1500 Personen umfasst und das häufig herangezogen wird, um schnell Feedback zu den Programmen einzuholen. Das RTS-Panel wird anderen öffentlich-rechtlichen Medien regelmässig als Beispiel für die Berücksichtigung der Publikumsmeinung vorgestellt. Es wurde sogar von einigen Kolleg:innen anderer Medienunternehmen in ähnlicher Form übernommen.
Aus- und Weiterbildung
2025 setzte RTS ihre Bemühungen in der Nachwuchsförderung fort und stellte drei neue Multimedia-Stagiaires für eine Dauer von zwei Jahren mit Start im August ein. Die Gesamtzahl der bei RTS beschäftigten Stagiaires beträgt derzeit sechs. Die Unternehmenseinheit bezeugt dadurch ihr kontinuierliches Engagement für die Ausbildung und Integration von jungen Talenten. In diesem Jahr konzentrierten sich die Ausbildungsmassnahmen hauptsächlich auf zwei strategische Schwerpunkte: die künstliche Intelligenz und das Projekt «Digital First». Diese Themen standen im Mittelpunkt mehrerer Initiativen zur Kompetenzentwicklung, wie die folgenden Zahlen belegen:
- Bakerstreet und Copilot (309 Teilnehmer:innen)
- Künstliche Intelligenz bei RTS – obligatorisches E-Learning (811 Teilnehmer:innen)
- Search Engine Optimization (SEO): Best Practices für Suchmaschinenoptimierung (62 Teilnehmer:innen)
- Digital First: effizient zusammenarbeiten mit RTS Info (52 Teilnehmer:innen)
Auch wurden die «Erasmus»-Schulungen im Rahmen der Kompetenzentwicklung und des medienübergreifenden Austauschs fortgesetzt. Das Projekt «Erasmus» ermöglicht Journalist:innen, in die Arbeit anderer Redaktionen einzutauchen. Dadurch konnten die Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Redaktionen gestärkt werden.
In diesem Jahr hat RTS die Schulung «Psychische Gesundheit von Journalist:innen: Schutz vor Druck und Aggressionen» ins Leben gerufen. Diese Initiative entstand mit Unterstützung der Abteilung Human Resources und entspricht einem Bedürfnis der Redaktionsteams. Sie sind im Rahmen ihrer Tätigkeit häufig mit Gewaltinhalten, angsteinflössenden Aussagen oder Cybermobbing konfrontiert, wenn es um internationale Konflikte, Ermittlungen oder vermischte Nachrichten geht. 16 Mitarbeiter:innen nahmen an dieser Schulung teil.
Ein gutes Jahr für RTS vor angekündigten Veränderungen
Sitzung des Publikumsrats SSR.SR (Bild: SSR.SR)
Im Jahr 2025 hat der Publikumsrat sein gewohnt hohes Tempo wieder aufgenommen und insgesamt 18 Berichte erstellt (zwei pro monatlicher Sitzung). Diese fundierten, gründlichen Analysen deckten das gesamte Spektrum der RTS-Produktionen ab – für Radio, Fernsehen, online und die sozialen Medien. Ein besonderes Augenmerk lag auf neuen Produktionsformen wie Podcasts und den originellen Formaten «RTS Info Décode» und «FastCheck».
Thematische und bereichsübergreifende Analysen
Im Berichtsjahr hat der Publikumsrat alle von RTS produzierten Serien unter die Lupe genommen. In diesem Zusammenhang würdigte er den gelungenen Qualitätssprung mit «En Haute Mer», «Winter Palace» und insbesondere «The Deal», die seiner Ansicht nach den Eintritt von RTS in die «Liga der Grossen» im Bereich Fernsehserien markiert. Weniger überzeugt zeigte er sich von «Espèce menacée», wo erneut Schwächen zutage treten, die bei Serien von RTS bereits mehrfach festgestellt worden sind.
Anlässlich seiner Sitzung in Neuenburg im Mai erfuhr der Publikumsrat mehr über die Herangehensweise von RTS bei der Entwicklung von fiktionalen Serien – eine bereichernde Erfahrung.
«Solide» Flaggschiff-Sendungen
Der Publikumsrat hob die gute Qualität «klassischer» RTS-Formate wie «A Bon Entendeur», «Forum», «Infrarouge» oder «Les Dicodeurs» hervor. Zum ersten Mal hat er einen Blick hinter die Kulissen von «La Météo» geworfen. Ebenso schätzte der Rat fachspezifische Produktionen wie «Hautes Fréquences» oder «Monumental».
Das Bestreben von RTS, ihr Publikum zu verjüngen und den Dialog mit ihm zu fördern, wurde positiv wahrgenommen – etwa durch die Analyse von «RTS Tataki», das sich an die jüngeren Generationen richtet, der Plattform «Dialog» sowie neuer Formate wie «RTS Info Décode» und «FastCheck».
Hervorzuhebende Leistungen
Die Mitglieder des Publikumsrats scheuten keinen Aufwand: Sie hörten sich die Podcasts «Soleil noir», «Nos esclaves», «L’affaire Gurlitt» und «Le Royaume des ex» von A bis Z an. Dieses Engagement verdient Anerkennung. Die Ratsmitglieder betonten die Qualität dieser Produktionen und deren Attraktivität für ein junges Publikum.
Schliesslich sparte der Publikumsrat nicht mit Lob für die herausragende Leistung der Sportredaktion bei der Berichterstattung über die Fussball-EM der Frauen. Eine vorbildliche Berichterstattung im Sinne des Service public: dynamisch, offen und vielfältig.
Sendungsbeobachtung
Die 2022 eingeführte Sendungsbeobachtung, die sogenannte «Veille des émissions», hat sich als äusserst wirksames Format erwiesen, um die Rückmeldungen der Mitglieder des Publikumsrats, aber auch des Publikums, nahezu ohne Verzögerung direkt an die Verantwortlichen von RTS weiterzugeben.
Aus Gründen der Effizienz und des konstruktiven Dialogs wird Lob und Kritik in diesem Rahmen in Form von kurzen Notizen verfasst und jeweils am Donnerstag vor der Sitzung des Publikumsrats verschickt. Dieser Vorlauf ermöglicht es den Verantwortlichen von RTS, bei der monatlichen Sitzung am Montag fundiert darauf zu reagieren.
Dank
Der Publikumsrat spricht seinen herzlichen Dank an das Team des Generalsekretariats der SSR.SR für die administrative und logistische Unterstützung aus. Er dankt auch allen Verantwortlichen von RTS, die an den Sitzungen teilnehmen und zur Qualität der Diskussionen beitragen. Ein besonderer Dank geht an Sophie Gassmann für die kompetente Übernahme der Nachfolge von Dominique Lienher, die Anfang 2025 in den Ruhestand getreten ist.
Publikumsrat SSR.SR
Präsident: Jean-Raphaël Fontannaz
Anzahl Publikumsratsmitglieder: 17
Anzahl Programmbeobachtungen: 18
Ombudsfrau: Raymonde Richter