Qualitätssicherung RTR / SRG.R

Qualität als Prozess: vom Publikum inspiriert, gemeinsam umgesetzt

Qualität ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis eines konsequenten, iterativen Prozesses. Die Redaktionen von RTR setzen dabei auf ein mehrstufiges System aus Qualitätschecks, Bilanzen und kontinuierlichem Monitoring. Besonders im Fokus: Die Massnahmen werden konsequent mit Blick auf die Bedürfnisse des Publikums umgesetzt. 

«Minisguard» mit neuem Sendungskonzept

Ein prägnantes Beispiel liefert die Kindersendung «Minisguard». Nach zahlreichen Publikumsrückmeldungen und interner Reflexion hat RTR das Format grundlegend überarbeitet. Mithilfe eines iterativen Prozesses, in den die Redaktion die Zielgruppe aktiv einbezogen hat, entstand ein neues Sendungskonzept. «Minisguard» präsentiert sich heute als «digital first»-Format: direkter, interaktiver, monothematisch und optimal zugeschnitten auf die Sehgewohnheiten von jungen Zuschauer:innen. Die Inhalte können gestreamt werden, die Ansprache ist personalisiert und der Fokus noch näher an der Lebenswelt der Kinder. Das Resultat: deutlich höhere Reichweiten und ein positives Feedback des Publikums.

Noah beim Zahn-Check: Was macht die Zahnärztin eigentlich? («Minisguard» vom 27. September 2025, RTR)

Radioprogramm mit neuem Layout und kompaktem Nachrichtenhintergrundmagazin «Magazin»

Auch beim Radioprogramm ging es darum, die Qualität zu verbessern. Rückmeldungen aus dem Publikumsrat, von Hörer:innen sowie aus der Redaktion selbst führten zu Anpassungen, die wir seit dem 1. Oktober 2025 umsetzen. Wir richten die Sendungen noch stärker auf die Interessen des Publikums aus. Zudem haben wir die Themenauswahl optimiert und die Sendezeiten angepasst. Das Ergebnis: ein klareres Profil und eine spürbar höhere Akzeptanz bei den Hörer:innen.

Der Anlass für die Überarbeitung war nicht nur inhaltlicher Natur: Das gesamte Layout des Programms wurde modernisiert, um den veränderten Hörgewohnheiten und digitalen Anforderungen gerecht zu werden. Der Publikumsrat wurde von Anfang an aktiv in den Rückmeldungsprozess einbezogen, sodass die Perspektive der Hörer:innen einfliessen konnte. Auch den Mitarbeiter:innen standen seit Projektbeginn die Türen offen. Alle hatten die Möglichkeit, sich einzubringen, Bedenken zu äussern oder Vorschläge zu machen. Die offene, partizipative Herangehensweise hat nicht nur Schranken abgebaut, sondern auch die Identifikation mit dem neuen Programm gestärkt.

Ein zentrales Element der Neuausrichtung ist das kompakte Nachrichtenhintergrundmagazin «Magazin», das täglich ausgestrahlt wird. Es bietet eine vertiefte Einordnung zu aktuellen Themen und ist so konzipiert, dass es sich auch digital optimal nutzen lässt – ein wichtiger Schritt, um das Radioprogramm für die Zukunft fit zu machen und neue Zielgruppen zu erreichen.

Programmbeobachtungen für alle Generationen

Der Publikumsrat wird von den Macher:innen der Kindersendung «Minisguard» über den Entstehungsprozess informiert. (Bild: Sandra Killias)

Wie üblich tagte der Publikumsrat der SRG.R im Jahr 2025 viermal und führte dabei insgesamt zwölf Programmbeobachtungen durch. Dass der Publikumsrat aus engagierten Hörer:innen und Zuschauer:innen der RTR-Programme besteht, zeigt sich insbesondere in der regen Nutzung der Möglichkeit zu spontanem Feedback.

Programmbeobachtungen und Haupterkenntnisse

Im Jahr 2025 wurden folgende Sendungen beobachtet:

  • «50/50»
  • «La show»
  • «Minisguard»
  • «Dachasa»
  • «Sin visita a …»
  • Chanal WhatsApp
  • «Swiss Epic»
  • «Diever da la lingua»
  • «Opera Viva»
  • Programm da radio
  • Festival Da La Chanzun Rumantscha
  • Di da la musica Svizra

Grundsätzliches Lob mit punktueller Kritik: Das Engagement und die Arbeit des RTR-Teams werden vom Publikumsrat ausdrücklich geschätzt. Grundlegende Kritik an den Programmen von RTR wurde nicht geäussert. Die eingebrachten Verbesserungsvorschläge betreffen überwiegend Detailaspekte innerhalb einzelner Formate.

Publikumsnähe als Stärke: Sendungen mit direktem Kontakt zum Publikum werden vom Publikumsrat besonders positiv bewertet. Dazu zählen insbesondere Formate wie «Dachasa» oder «Sin visita a …», die als lebendig und publikumsnah wahrgenommen werden.

Kooperationen als Mehrwert: Programme, die in Zusammenarbeit mit externen Partnern entstehen, werden vom Publikumsrat ebenfalls hervorgehoben. Beispiele hierfür sind die Sendung «50/50» sowie die Berichterstattung rund um «Opera Viva» und den «Swiss Epic».

Spontanes Feedback

Ein regelmässig umfangreiches Traktandum bildet das Feedback zu Programminhalten, die nicht Teil der formellen Programmbeobachtungen waren. Das überwiegend positive und wohlwollende Echo verdeutlicht, dass der Publikumsrat auch über seine eigentliche Beobachtungstätigkeit hinaus ein aufmerksames und interessiertes Publikum der RTR-Programme darstellt und die geleistete Arbeit wertschätzt.

Austausch mit den Verantwortlichen

Ein zentrales Element der Sitzungen des Publikumsrats ist der direkte Austausch mit den Programmverantwortlichen und Programmschaffenden. Dieser Austausch fördert das Verständnis für das Schaffen und bietet die Möglichkeit zum persönlichen Dialog.

Der Publikumsrat ist in direktem Austausch mit dem Präsidenten der SRG.R, dem Direktor sowie dem Chefredaktor von RTR, was keine Selbstverständlichkeit ist. Dieser Austausch ermöglicht es, Informationen aus erster Hand zu aktuellen und strategisch relevanten Themen zu erhalten – wie beispielsweise zum Projekt «Enavant».

Ebenfalls geschätzt wird die Möglichkeit, einzelne Themen vertieft zu behandeln, um ein besseres Verständnis für die Arbeitsweise von RTR zu erlangen. Im Berichtsjahr erfolgte dies unter anderem im Rahmen der Beobachtungen zum Sprachgebrauch im Radio sowie durch den Austausch mit einer Linguistin.

Neubesetzungen

Auch im Jahr 2025 kam es im Publikumsrat zu personellen Veränderungen. Marta Lemm Peter und Angelina Giossi traten aus dem Gremium zurück. Der Publikumsrat dankt beiden herzlich für ihr engagiertes Wirken. Die Vakanz im Engadin konnte mit Jana Marchesi-Blättler neu besetzt werden. Für die offene Position in der Surselva ist die Suche nach einer geeigneten und interessierten Person weiterhin im Gang.

Ausblick

Der Publikumsrat beabsichtigt, sich auch im Jahr 2026 stärker einem breiteren Publikum zu öffnen. Die bisherigen Bemühungen waren noch nicht von durchschlagendem Erfolg. Neu ist geplant, gezielt verschiedene Stakeholder-Gruppen in die Programmbeobachtungen einzubeziehen.

Publikumsrat SRG.R

Präsident: Patric Collet
Anzahl Publikumsrats­mitglieder: 15
Anzahl Programm­beobachtungen: 12
Ombudsmann: Toni Hess