Interregionalität
RSI, RTR, RTS und SRF produzieren gemeinsam mehrsprachige Sendungen und Serien und adaptieren erfolgreiche Formate der anderen Unternehmenseinheiten für ihre Region. Damit erfüllt die SRG ihren Auftrag gemäss Art. 12 der Konzession und trägt zur Kohäsion der Schweiz bei.
Im Jahr 2025 hat die SRG zahlreiche nationale Projekte gefördert, aber auch den Zusammenhalt zwischen den sprachlichen und kulturellen Regionen gestärkt – dank regionaler Produktionen, die durch Übersetzungen (Synchronisationen oder Untertitel) auch für die anderen Sprachregionen zugänglich gemacht wurden. Unter den Live-Events, die von mehreren Unternehmenseinheiten übernommen wurden, stachen die Fasnachten von Bellinzona, Luzern und Basel sowie der «Kampf der Königinnen» in Aproz hervor. Auch die adaptierten Formate waren vielfältig: von den Doku-Serien «Hoch hinaus – Das Expeditionsteam» über «La course aux étoiles» und «Inside Kronenhalle» bis hin zu Dokumentarfilmen wie «Il cacciatore di balene» und «Zusammenbruch der Credit Suisse».
Hinter den Kulissen der grössten Musikshow der Welt
2025 war die SRG für die Durchführung des Eurovision Song Contest (ESC) zuständig. Ein Team von SRF Dok begleitete das Projekt von Anfang an. «Die Zusammenarbeit war hervorragend», bilanziert Regisseurin Belinda Sallin. «Aber es war auch ein Abenteuer, einen zweiteiligen Dokumentarfilm zeitnah zu produzieren und gleichzeitig auf SRF, RSI und RTS auszustrahlen. Uns ist nicht bekannt, dass die SRG je ein solches Wagnis einging.» Unter enormem Zeitdruck musste eigens ein neuer Workflow generiert und jeder Arbeitsschritt minutiös geplant werden: «Es ist schön, dass wir im Zuge dieses Projektes viel Know-how für die nationale Zusammenarbeit gewinnen konnten.»
Bei der Besetzung setzte Regisseur Béla Batthyany schon früh auf Yves Schifferle: Als Head of Show gewährte er einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen des Grossevents. Auch die Schweizer ESC-Kandidatin Zoë Më wurde mit ihrer offenen Art zu einer zentralen Stimme des Zweiteilers. «Mit gutem Gespür und etwas Glück wählten wir zudem den österreichischen Opernsänger Johannes Pietsch alias JJ aus. Er galt zwar schon vor dem Finale als Geheimtipp. Doch dass er den ESC als Gewinner verlassen würde, konnten wir damals nicht ahnen.»
Teil 1: Der Weg zum ESC 2025 (Trailer SRF Dok)
Teil 2: Die grosse Show (Trailer SRF Dok)
«Die Anderen» gehen auf «Tour de Suisse»
15 Jahre lang hiess es jedes Wochenende auf Radio SRF 1, RTS Première, Rete Uno und RTR: «Die Anderen. Les autres. Gli altri. Ils auters.» Woche für Woche haben die vier ersten Radiosender der SRG jeweils in eine andere Sprachregion geschaut und schlugen damit Brücken in die Welt der «Anderen»: Mit kleinen Geschichten und Anekdoten über Alltag, Kultur und Tradition – jenseits der Klischees – versuchte die Rubrik, unser viersprachiges und multikulturelles Land den Hörerinnen und Hörern näherzubringen. 2026 lanciert die interregionale Radiogruppe der SRG das neue Radioprojekt «Die Anderen – le Tour de Suisse»: Eine thematische Reise durch die Schweiz, wobei Radio SRF 1, RTS Première, Rete Uno und RTR gemeinsam das Land erkunden und an vier Thementagen jeweils zusammen live aus einer Sprachregion berichten. Im März geht es an die Grenze im Tessin, im Mai ans Wasser in der Westschweiz, im September auf Brücken in der rätoromanischen Schweiz und im November in eine Agglomeration der Deutschschweiz. Zum Abschluss eines jeden Thementags gibt es eine Livesendung, die viersprachig moderiert und gleichzeitig auf allen vier Sendern der SRG ausgestrahlt wird. Ein Novum und eine idée suisse par excellence!
Die grossen Sportereignisse 2025
Die Berichterstattung über wichtige Sportereignisse stellt hohe Anforderungen an die SRG, sowohl was Übertragungsrechte als auch Produktionsmittel betrifft. Um diesen gerecht zu werden, arbeiten die verschiedenen Unternehmenseinheiten bei vielen Sportevents eng zusammen.
Bei den alpinen Skiweltmeisterschaften, der Frauenfussball-EM oder dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) arbeiteten RSI, RTS und SRF koordiniert zusammen, um auf allen Vektoren eine angemessene sprachregionale Berichterstattung anzubieten. Die Zusammenarbeit beginnt jeweils mit der Aushandlung der Rechte, gefolgt von der Umsetzung eines nationalen Produktionsprojekts, das auf einer gemeinsamen Infrastruktur beruht und von der Business Unit Sport der SRG geleitet wird. Während der Veranstaltungen teilen die Einheiten Infrastruktur, technische Ressourcen und redaktionelle Inhalte.
Durch diese Arbeitsweise gelingt es der SRG, Kosten zu sparen und eine Produktivität zu entwickeln, die ein dichtes und vielfältiges Sportangebot ermöglicht. Und nur durch diese Arbeitsweise gelingt es den kleineren Unternehmenseinheiten, Inhalte anzubieten, die ihnen sonst nicht zugänglich wären.
Olivier Dominik, Journalist von RTS Sport, im Einsatz am ESAF im August 2025 (Bild: RTS/Screenshot)
Hohe Kohäsionsleistung dank interregionaler Berichterstattung
2025 thematisierten die Unternehmenseinheiten RSI, RTR, RTS und SRF insgesamt in fast 30 Prozent ihrer Audio- und Videoinhalte andere Sprachregionen, etwa wenn RTS über ein Ereignis in der Deutschschweiz berichtete oder umgekehrt SRF über ein Ereignis in der Westschweiz. Mit ihrer interregionalen Berichterstattung leistet die SRG als Gesamtunternehmen einen wesentlichen Beitrag zum nationalen Zusammenhalt.
Die SRG misst diese Kohäsionsleistung, indem sie die Ortsnamen in den Metadaten zählt und untersucht, ob sie sich auf die jeweils eigene oder eine andere Sprachregion beziehen. Daraus wird das Verhältnis errechnet.