SRG SSR

Service public in Zahlen

Service public in Zahlen

Die SRG erhöht die Kostentransparenz

Seit 2011 veröffentlicht die SRG die Ausgaben nach Programminhalt sowie Eigen- und Fremdproduktion, darüber hinaus auch die Kosten für die Programmverbreitung (technische Distribution) und Public Affairs. Im Frühling 2016 setzte die SRG in ihrem Geschäftsbericht und auf den Webseiten ihrer Unternehmenseinheiten weitere Zeichen der Transparenz gegenüber ihrem Publikum. Im aktuellen Geschäftsbericht weist die SRG erstmals auch die Kosten für Sportrechte aus.

Einnahmen und Ausgaben im Überblick

Die SRG legt dar, wie sich ihr Budget zusammensetzt und wie sie die Mittel verwendet:

  • Das erste Kapitel zeigt die Ausgaben in drei Dimensionen: nach Programminhalt, nach Eigen- und Fremdproduktion sowie nach den Vektoren Audio und Video.
  • Das zweite Kapitel weist einzelne Kostenblöcke separat aus: Technik und Informatik, Distribution, Immobilien, Sportrechte, Drittgeschäft sowie Public Affairs.
  • Das dritte Kapitel ist den Sendungskosten der Unternehmenseinheiten gewidmet. Seit Mai 2016 veröffentlichen die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RSI und RTR jeweils mit der Publikation dieses Geschäftsberichts eine umfangreiche Auflistung der Kosten der TV-Sendungen. Zusätzlich zu den TV-Sendungskosten legen alle Unternehmenseinheiten die Kosten ihrer Radiosender offen. 

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen

In ihrem Geschäftsbericht weist die SRG durchgehend Vollkosten aus: In den angegebenen Beträgen sind somit sämtliche Kosten enthalten, die bei der Herstellung der Programme anfallen. Dazu zählen auch die Aufwände für die Supportbereiche Finanzen und Controlling, Human Resources, Kommunikation, Logistik und Informatik, Archivierung und Immobilienverwaltung, die nicht einem einzigen Programminhalt zugeordnet werden können – diese Kosten werden auf alle Programmsparten verteilt.

Einnahmen

Die SRG finanziert sich zu rund 75 Prozent aus Gebührengeldern. Weitere 14 Prozent des Budgets stammen aus TV-Werbung, 3 Prozent aus Sponsoring. Mit Programmverkäufen an andere Medienhäuser, private und öffentliche Institutionen sowie mit Erträgen aus Koproduktionen erwirtschaftet die SRG 3 Prozent. Die restlichen 5 Prozent stammen hauptsächlich aus Bundesbeiträgen für swissinfo.ch und tvsvizzera.it sowie für die Zusammenarbeit mit 3sat und TV5 Monde, aus Dienstleistungserträgen der Gebäudevermietung, Einnahmen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Sat-Access-Karten sowie Einnahmen aus dem Verkauf von Liegenschaften.

Die SRG ist mehrheitlich gebührenfinanziert, damit sie den Leistungsauftrag des Bundesrats erfüllen kann: die Produktion und Verbreitung gleichwertiger Radio- und Fernsehprogramme für die deutsche, französische und italienische Schweiz sowie eines angemessenen Angebots für die rätoromanische Schweiz. Das heisst: Programme für einen kleinräumigen, in vier Sprachen aufgeteilten Markt von weniger als 8,5 Millionen Menschen.

Die SRG verteilt ihre Einnahmen nach einem Finanzierungsschlüssel an ihre Unternehmenseinheiten in den vier Sprachregionen. Dank dieses solidarischen Finanzausgleichs erhalten die Sprachminderheiten einen grösseren Anteil der Mittel: Obschon die Deutschschweiz rund 70 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, erhält sie von jedem Franken Einnahmen lediglich rund 43 Rappen. Der Rest dient der Finanzierung eines guten Radios und Fernsehens in der französischen, italienischen und rätoromanischen Schweiz.

Ausgaben

Ausgaben nach Programminhalt (in Mio. Franken*)

Die SRG bietet ein Generalistenprogramm in fünf Sparten. Im Jahr 2016 entfielen 39 Prozent der Ausgaben der SRG* auf die Sparte Information, 23 Prozent auf Unterhaltung und Film, 18 Prozent auf Kultur, Gesellschaft und Bildung, 13 Prozent auf Sport sowie 7 Prozent auf Musik und Jugend.

Wegen den Grossereignissen im Sport stiegen die Ausgaben in dieser Sparte um rund 30 Millionen Franken. Dieses Wachstum führte zu einer Kostenverlagerung zu Lasten der Information sowie der Kultur und Bildung. Auch verringerten sich die absoluten Ausgaben im Bereich Information, da keine eidgenössischen Wahlen stattfanden. Die Kostenzunahme bei der Unterhaltung und Filme wurde durch die Sonderproduktion «Gotthard» verursacht.

Ausgaben nach Eigen- und Fremdproduktion (in Mio. Franken*)

Die SRG setzt trotz Sparmassnahmen auf Schweizer Eigenproduktionen im Radio, TV und Online. Diese Strategie widerspiegelt sich auch auf der Ausgabenseite. 2016 verwendete die SRG 85 Prozent ihrer Ausgaben für Produktionen, welche die Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RSI, RTR und SWI selbst herstellen – leicht weniger als im Vorjahr (86 Prozent). Darunter fallen beispielsweise Radiosendungen wie «Echo der Zeit» (SRF), «Les Dicodeurs» (RTS), «Millevoci» (RSI), «Palaver» (RTR), Fernsehsendungen wie «SRF bi de Lüt» (SRF), «A bon entendeur» (RTS), «Il giardino di Albert» (RSI) oder «Cuntrasts» (RTR) oder eigens für das Internet produzierte Webserien.

Fremdproduzierte Audio- und Videoinhalte ergänzen das Angebot. Sie machen 15 Prozent der Ausgaben der SRG* aus. Dazu gehören namentlich eingekaufte Spiel- und Dokumentarfilme sowie populäre Serien wie «Grey’s Anatomy» oder «Castle».

Ausgaben

Ausgaben nach Audio und Video (in Mio. Franken *)

Der Bereich Audio umfasst alle Tonbeiträge, die im Radio gesendet, live gestreamt, in Online-Plattformen der SRG eingebettet oder über Apps sowie im Player der SRG abrufbar sind. Analog dazu umfasst die Kategorie Video die Filmbeiträge, die im Fernsehen zu sehen sind und auf den oben erwähnten Online-Kanälen zur Verfügung stehen. 2016 investierte die SRG rund 28 Prozent (436,2 Millionen Franken) in die Audioproduktion, rund 72 Prozent (1134,9 Millionen Franken) in die Videoproduktion.

Das Verhältnis der Ausgaben in den beiden Bereichen bleibt stabil und zeigt: Audiobeiträge sind in der Herstellung viel günstiger als Videos, die sehr hohe Fixkosten haben. Mit der Konvergenz der Medien und der Verschmelzung von Ton, Bild und Text im Internet wird eine exakte Zuweisung der Kosten zum einen oder anderen Vektor indessen immer schwieriger. Der Trend geht in Richtung einer Gesamtkostenbetrachtung für die audiovisuelle Produktion, unabhängig davon, ob die Inhalte am Radio, im TV oder online genutzt werden.

* Ausgaben ohne Kosten des nicht konzessionierten Drittgeschäfts und ohne Sondereffekte 2016 (Minderkosten Sparprogramm, Minderkosten Senkung technischer Zinssatz Pensionskasse sowie Sondereffekte Immobilien).

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