SRG SSR

Publikumsrat SRG.D

Beobachtungen des Publikumsrats

Im Berichtsjahr befasste sich der Publikumsrat an seinen zehn regulären Plenarsitzungen mit 26 Programmbeobachtungen. Er tauschte sich mit den SRF-Verantwortlichen aus und beurteilte ihre Leistungen konstruktiv-kritisch.

Neben neu konzipierten Programmen und Sendungen, die der Publikumsrat bereits zuvor beobachtet hatte, setzte er sich 2016 wieder intensiv mit der Qualität des SRG-Angebots auseinander. Zusammen mit den Publikumsräten der anderen Sprachregionen beurteilte der Publikumsrat SRG.D die Vorwahlberichterstattung zu den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Ausserdem befasste er sich unter anderem mit den Angeboten von SRF zu folgenden Themen:

  • Kulturschwerpunkt «100 Jahre Dada» auf SRF Kultur,
  • «Querfeldeins» auf Radio SRF 1,
  • «UEFA EURO 2016» auf SRF zwei,
  • Olympische Sommerspiele 2016 in Rio auf SRF zwei.

Das Ausland im Brennpunkt

Der Publikumsrat stellte nach einer mehrmonatigen Beobachtung der US-amerikanischen Vorwahlen fest, dass SRF viele interessante TV-Beiträge ausgestrahlt hat. Da diese aber oft der Aktualität folgten, konnte der Eindruck von Zufälligkeit entstehen – auch wenn die verschiedenen Puzzleteile zusammen durchaus ein ganzes Bild ergaben.

Obwohl die Position der Kandidierenden differenziert und kritisch hinterfragt wurde, kamen die relevanten Themen im Vorwahlkampf manchmal etwas zu kurz. Der Rat hielt fest, dass SRF angesichts des polarisierten Umfelds sachlich und ausgewogen berichtete. Als sehr wertvoll stufte der Rat die Einschätzungen der Auslandkorrespondenten ein. Er hätte sich aber noch mehr Vertiefung, Hintergrundberichterstattung und Selbstreflexion gewünscht. Zudem kritisierte er einmal mehr die Suchfunktion im Internet.

Seit Jahren äussert der Publikumsrat den Wunsch nach einem Auslandmagazin. Mit dem neuen Format «#SRFglobal» berichtet Fernsehen SRF 1 monatlich über das aktuelle Weltgeschehen. Der Rat findet Gefallen am interessanten Konzept und erachtet die Sendung als wichtiges Service-public-Angebot. Gut findet der Rat auch, dass die Sendungen monothematisch daherkommen und die Korrespondentinnen und Korrespondenten fundierte Hintergrundinformationen liefern. Besondersattraktiv ist «#SRFglobal» dann, wenn es gelingt, die globalen Vernetzungen und Abhängigkeiten zu beleuchten.

Fortbildung, internationaler Austausch und ein Abschied

Damit der Publikumsrat seinen eigenen Qualitätsanforde rungen gerecht wird, lässt er sich regelmässig von SRF- Verantwortlichen über Neuerungen und Hintergründe im Medienbereich auf den aktuellsten Wissensstand bringen.

Und auch 2016 pflegte der Publikumsrat erneut den Austausch mit dem Ausland: Der leitende Ausschuss besuchte für zwei Tage den ARD-Programmbeirat in Berlin. Dabei gewann die Delegation einen Einblick in die Arbeits- und Diskussionsweise des ARD-Gremiums.

Weiter bildete sich der Publikumsrat im Berichtsjahr an  einem zweitägigen Seminar fort – diesmal zum Thema «Bildung@SRF». Der Rat beschäftigte sich differenziert mit dem Bildungsbegriff und dem Bildungsauftrag, mit bildenden SRF-Angeboten und mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf das Bildungsangebot. Die verdichteten Resultate flossen in verschiedene Planungs- und Umsetzungsideen von SRF ein.

Nach 16 Jahren im Publikumsrat, davon acht Jahre als Präsident, übergibt Manfred Pfiffner sein Amt an seine Nachfolgerin, Susanne Hasler. Er bedankt sich für die vielen bereichernden Begegnungen und die konstruktive Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen. Und er wünscht der SRG und ihren Mitarbeitenden in der medienpolitisch stürmischen Zeit die notwendige Portion Voraussicht, Mut und Bescheidenheit.

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