SRG SSR

Publikumsrat Corsi

Beobachtungen des Publikumsrats

Im Berichtsjahr hielt der Publikumsrat Corsi unter der Leitung von Tiziana Mona elf Sitzungen ab und befasste sich mit zahlreichen Angeboten von RSI in Radio, Fernsehen und Web. Er beobachtete das Programm parallel zum internen Monitoring von RSI und legte den Fokus auf die Sparten Kultur bei Radio und Fernsehen sowie Information und Unterhaltung bei Rete Uno. Im Frühling befasste sich der Rat zudem vertieft mit der Berichterstattung zu den kantonalen Wahlen im Tessin und im Herbst mit jener zu den eidgenössischen Wahlen. Die Bewertung der Berichterstattung über die eidgenössischen Wahlen floss auf nationaler Ebene in die gemeinsamen Programmbeobachtungen der Publikumsräte der anderen Regionen ein.

Kultur

Der Publikumsrat prüfte das gesamte Kulturangebot von RSI. Er befasste sich insbesondere mit dem Programm von Rete Due und bewertete radiofonische Elemente wie Hinweise auf kulturelle Veranstaltungen, Berichte, Buchrezensionen, Magazine und Konzerte sowie thematische Gespräche. Die einzelnen Sendungen wurden sehr positiv bewertet. Der Publikumsrat bekräftigt, dass das Kulturangebot hochwertig und innovativ sein muss, in seinem aktuellen Umfang beizubehalten ist und wenn möglich sogar ausgebaut werden soll. Kultursendungen stellen einen Grundpfeiler des Angebots von RSI dar. Sie sind nicht etwa nebensächlich, sondern tragend und gleichwertig zu den Bereichen Information, Unterhaltung und Sport und sollen sich nicht primär auf Quoten ausrichten. Kulturprogramme sind eine «Raison d›être» des Service public und dürfen auf keinen Fall Sparmassnahmen zum Opfer fallen.

Eidgenössische und kantonale Wahlen

Die Leistungen der Informationsabteilung im Zusammenhang mit den kantonalen und den eidgenössischen Wahlen beurteilte der Publikumsrat als positiv. Zudem beurteilte er das Angebot zu den Wahlen im Tessin in allen drei Medien während der Kampagne und unmittelbar danach als breit und mehrheitlich zufriedenstellend. Er kritisierte jedoch den Mangel an journalistischer Einbettung und Vertiefung und das Fehlen von Infografiken. Auch erhielten die Politikerinnen und Politiker zu viel Raum. Zudem prüfte der Publikumsrat die breite Vorwahlberichterstattung im Zusammenhang mit den eidgenössischen Wahlen. Er bewertete klassische Formate wie Politdebatten positiv und lobte insbesondere innovative Gefässe wie «La mia Svizzera», «Svizzera estrema», die «Politbox»-App sowie das bemerkenswerte Engagement des Radioteams von «Albachiara ».

Rete Uno

Rete Uno führte 2015 neue Sendungen ein, um von einem «fliessenden» zu einem klar gestalteten Programm zu gelangen, welches die Hörerschaft bindet. Die neuen Sendungen werden stark mit dem Moderator oder der Moderatorin in Verbindung gebracht und erlangen dadurch einen hohen Wiedererkennungswert. Zudem ist das Bestreben nach Leichtigkeit deutlich spürbar. Die Gefahr, ins Seichte abzugleiten, ist aber durchaus vorhanden. Die Aufforderungen ans Publikum, sich mit SMS und Kommentaren aktiv zu beteiligen, wirken oft übertrieben. Unterhaltung schliesst den realen Austausch und eine Vertiefung der Inhalte nicht aus, wenn Gäste ins Programm eingeladen werden und die behandelten Themen von Bedeutung sind.

Der 13. November in Paris

Der Publikumsrat brachte sein Befremden und sein Unverständnis zum Ausdruck, dass RSI im Gegensatz zu allen anderen europäischen Fernsehsendern am normalen Programm festhielt, anstatt live über die Geschehnisse in Paris zu berichten. Nachdem die RSI-Direktion ihre Überlegungen dazu erläutert hatte, kamen Publikumsrat und Management überein, dass sich etwas Derartiges nicht wiederholen dürfe. Der Publikumsrat erinnerte an die Notwendigkeit, so rasch wie möglich ein Instrumentarium für journalistische Ausnahmesituationen zu erarbeiten, das sowohl die technische Infrastruktur als auch die Personalressourcen miteinbezieht. Gelobt wurde hingegen die Berichterstattung aus Paris in den Tagen nach den Attentaten. In diesen Berichten zeigt sich die hohe Qualität der Informationsstruktur von RSI.

Die Mitglieder des Publikumsrats traten am 1. Januar 2016 eine neue Amtszeit von vier Jahren an. Anlässlich seiner konstituierenden Sitzung vom 29. Januar 2016 hat der Publikumsrat Raffaella Adobati Bondolfi zur Präsidentin und Nicola Pini zum Vizepräsidenten für die Amtszeit 2016–2017 gewählt.   

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